Die Wohnbauförderung hat ein erklärtes, sozial- und familienpolitisches, Ziel: Der Tiroler Bevölkerung einen bedarfsgerechten, leistbaren und qualitätsvollen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Ein Ziel, das der Fördergeber nur im Zusammenspiel mit der Wirtschaft (Bauträger, Baugewerbe und -industrie, Bauhilfsgewerbe) und den Banken erreichen kann.

 

Wer bekommt Wohnbauförderung?

 

Begünstigt ist eine Person, wenn

  • sie einen dringenden Wohnbedarf und die Absicht hat, ausschließlich die für den Eigenbedarf bestimmte, geförderte Wohnung (Eigenheim) zur Befriedigung ihres regelmäßigen Wohnbedürnisses (als Hauptwohnsitz) zu verwenden, und 
  • ihr monatliches (Familien-)Einkommen (1/12 des jährlichen Familieneinkommens) je nach Größe des Haushaltes die nachstehend angeführten Einkommensgrenzen nicht übersteigt und das Eigenheim für sie finanzierbar ist.
Personenanzahl Einkommensobergrenze (EUR)
1 2.400,-
2 4.000,-
3 4.300,-
4 4.600,-
Für jede weitere Person Jeweils EUR 300,- mehr

Werden die Einkommensgrenzen überschritten, wird die Förderung für jeweils begonnene € 100,--, um welche die festgelegte Einkommensgrenze überschritten wird, um 25 % gekürzt.

 

Wie wird das (Familien)Einkommen berechnet?

Berechnung des Einkommens bei nicht selbständig Erwerbstätigen (Arbeitnehmern):

Jahresbruttobezüge ohne Familienbeihilfe
abzüglich

- Werbungskosten (Sozialversicherung, Kammerumlage, jedoch ohne Werbungskostenpauschale)
- außergewöhnliche Belastungen
- Freibeträge für Inhaber von Amtsbescheinigungen, Opferausweisen und Landarbeiter
- Lohnsteuer.

Berechnung des Einkommens bei selbständig Erwerbstätigen (Personen, die zur Einkommensteuer veranlagt werden):
Einkommen nach § 2 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes 1988
zuzüglich

+ der bei der Einkommensermittlung abgezogenen steuerfreien Beträge der Gewinnfreibetrags, des Werbungskostenpauschales, der Sonderausgaben, des Veranlagungsfreibetrages usw. (laut TWFG 1991)

abzüglich

- gewinnerhöhend aufgelöste Beträge eines Gewinnfreibetrages
- Einkommensteuer.

Berechnung des Einkommens bei Land- und Forstwirten:
Prozentsatz (laut Beitragstabelle der bäuerlichen Sozialversicherung) x Einheitswert
zuzüglich

+ einen Pauschalbetrag von EUR 360,- monatlich oder ein höheres sonstiges Einkommen

Bei der Berechnung des (Familien)Einkommens werden zudem berücksichtigt:

  • gerichtlich oder vom Land anerkannte vertraglich festgesetzte Unterhaltsleistungen, die dem Förderungswerber oder dessen Gattin (Lebensgefährtin) zufließen oder von ihnen zu zahlen sind
  • steuerfreie Bezüge (z.B. Wochengeld, Arbeitslosengeld, Karenzurlaubsgeld usw.)
  • ein angemessener Teil sonstiger Einnahmen (Grundsicherung, Sozialhilfe)
  • Mindestsatz nach § 5 Abs. 2 lit. b Tiroler Mindestsicherungsgesetz (TMSG) für weitere Personen, für die keine Familienbeihilfe bezogen wird (z.B. für volljährige Kinder).

 

Wie und ab wann ist der Förderungskredit zurückzuzahlen?
Der Förderungskredit hat eine Laufzeit von höchstens 35 Jahren und ist wie folgt zurückzuzahlen:

ZEITRAUM ZINS ANNUITÄT
(Rückzahlung)
1. bis 10. Jahr 1 % 1 %
11. bis 15. Jahr 1,5 % 2 %
16. bis 20. Jahr 3,5 % 4 %
ab dem 21. Jahr 5,5 % 6 %
nach dem Auslaufen des Kapitalmarktkredits, 
spätestens jedoch
   
ab dem 26. Jahr 6 % 12 %

Die Verzinsung des Förderungskredits beginnt mit 1. Jänner, 1. April, 1. Juli oder 1. Oktober, der dem Bezug des Eigenheimes (der Wohnung) nachfolgt. Die Rückzahlung erfolgt in Vierteljahresraten. Die erste Rate ist zum Ende des 3. Monats nach dem Beginn der Verzinsung fällig.

 

 

Der Wohnbauscheck

An Stelle eines Förderungskredits gewährt das Land über Ansuchen einer förderungswürdigen natürlichen Person (als Wohnungs/Eigentümer, Bauberechtigten) eine Förderung in der Form eines Wohnbauschecks.
Diese Förderung beträgt 35 % des fiktiv ermittelten Förderungskredits.
Der Wohnbauscheck reduziert sich nach § 45 Abs.10 TWFG 1991 um einen Nachlass aus einer begünstigten Rückzahlung.

Vorteile:

  • keine Rückzahlungen
  • keine Sicherstellung im Grundbuch
  • freie Verfügbarkeit über das Eigenheim nach 10 Jahren

Ein Wohnbauscheck wird demselben Förderungswerber im Regelfall nur einmal und nur für ein Objekt gewährt, das im Sinne der förderungsrechtlichen Voraussetzungen errichtet bzw. erworben wird, zur Befriedigung seines (ihres) regelmäßigen Wohnbedürfnisses (als Hauptwohnsitz) bestimmt ist und auch zumindest 10 Jahre im Sinne der Bestimmungen des TWFG 1991 verwendet wird. Innerhalb dieser Frist ist eine allfällige Veräußerung des geförderten Objektes nur mit Zustimmung des Landes zulässig.
Bei Nichteinhaltung der angeführten Bedingungen bzw. bei der Erteilung nicht wahrheitsgemäßer Auskünfte bei der Einreichung des Ansuchens ist die Förderung unter Anwendung des § 24 TWFG 1991 zurückzuzahlen.

Die Auszahlung des Wohnbauschecks erfolgt in der Regel frühestens nach Eintragung des (Wohnungs)Eigentums im Grundbuch sowie nach Maßgabe des Baufortschrittes und der Terminisierung der Auszahlung  in der Zusicherung. Bei Endabrechnung müssen die der Zusicherung zugrunde gelegten Förderungsvoraussetzungen vorliegen. Andernfalls wird der Wohnbauscheck  entsprechend gekürzt.

 

Erwerbsförderung:

Eine Förderung wird nur für den Erwerb eines (laut Baubewilligung) mindestens 10 Jahre alten, nicht (mehr) wohnbaugeförderten Wohnobjektes (einer Wohnung) zu einem angemessenen Preis gewährt.

 

Förderungskredit

Die Höhe des Kredits hängt von der Anzahl der im künftigen Haushalt lebenden Peronen (Förderungswerber und nahe stehende Personen) und von der Wohnnutzfläche ab und beträgt: 

bei einer Haushaltsgröße
von mindestens
und bei einer Nutzfläche
von mindestens
Höhe Kredit
1 oder 2 Personen 30 m² EUR 12.000,-
1 oder 2 Personen 60 m² EUR 15.000,-
3 Personen 85 m² EUR 18.000,-
4 Personen 95 m² EUR 21.000,-
5 und mehr Personen 110 m² EUR 23.000,-

Der Kredit kann zudem höchstens 50 % des Gesamtkaufpreises betragen. Eine Förderung kann nur erfolgen, wenn die Kosten des Wohnhauses (der Wohnung) im Rahmen der vom Land festgelegten angemessenen Kosten liegen.

Beim Erwerb eines Wohnhauses (einer Wohnung) für eine begünstigte (nahe stehende) Person sind bei der Berechnung der Förderung die Verhältnisse dieser Person zugrundezulegen.

Der Erwerb eines Wohnhauses (einer Wohnung) von einer nahe stehenden Person wird in der Regel nicht gefördert.

 

 

Quelle: offizielle Seite des Landes Tirol